USBSID - C64-Sound am PC per USB - Teil 2

Dies ist der zweite Teil der Anleitung USBSID - C64-Sound am PC per USB. Wir gehen davon aus, dass wir bereits eine voll funktionsfähige USBSID-Pico mit mindestens einem SID-Chip im Sockel besitzen. Im ersten Teil der Anleitung haben wir den USBSID-Pico gebaut und konfiguriert. In diesem Teil geht es um die kompatible Software, mit der wir die Hardware nutzen können. Außerdem wird die RGB-LED des Pico 1 Clone aktiviert und ein Gehäuse mit einem 3D-Drucker gedruckt.

Quellen dieser Anleitung:

Bevor es losgeht, noch ein paar Hinweise (Wichtig!):
  • Die Spannung muss an die verwendeten SID-Varianten angepasst werden. Eine zu hohe Spannung zerstört den SID!
  • Die SIDs und der Pico müssen korrekt eingesetzt werden. Achte auf die Ausrichtung bzw. auf die Kerbe.
  • Es wird empfohlen, statische Aufladungen durch Tragen eines Antistatik-Armbands zu vermeiden.
  • Ich übernehme keine Haftung für Schäden, die direkt oder indirekt aus dieser Anleitung entstehen.

Das USBSID-Pico-Configtool

Im ersten Teil der Anleitung haben wir das Online Config-Tool verwendet, um den USBSID-Pico zu konfigurieren und zu testen. Der Entwickler des Projekts bietet auf seiner GitHub Webseite ein lokal installierbares Tool an, mit dem unsere Hardware ebenfalls konfiguriert werden kann. Das USBSID-Pico-Configtool ist für Windows, MacOS und Linux verfügbar. Der Aufbau ähnelt dem Online-Tool. Allerdings ist es nicht möglich, damit Musik abzuspielen. Besonders nützlich ist das Tool, um zwischen den verschiedenen Modi zu wechseln, z.B. um den Ton über einen oder beide Lautsprecher umzuleiten oder die Stereo-Funktion (2SID) zu nutzen.

Kompatible Software

Für die Wiedergabe von Musik stehen uns deutlich mehr Optionen zur Verfügung. Es gibt verschiedene Programme für unterschiedliche Plattformen, mit denen wir SID-Titel bequem abspielen können. Die folgende Liste zeigt einige der Player, die unsere Hardware unterstützen.
Von den hier aufgelisteten Programmen möchte ich Phosphor hervorheben. Phosphor ist ein vielseitiges Tool, das für Windows, MacOS und Linux verfügbar ist. Es bietet eine Vielzahl von Funktionen und verfügt über eine eigene Seite für die Konfiguration des USBSID-Pico. Zu den Funktionen gehören unter anderem:
  • USBSID-Pico Unterstützung
  • HVSC Import und Synchronisation
  • Assembly64 Support
  • Fernbedienung über HTTP
Um Phosphor unter Windows zu verwenden, muss der Treiber WinUSB für USBSID-Pico Data (Interface 0) installiert werden. Zadig erledigt dies für uns. Unter MacOS ist keine zusätzliche Treiberinstallation erforderlich.


Nach dem Start von Phosphor können wir USBSID-Pico als Ausgabegerät auswählen. Zum Testen eignet sich die HVSC Kollektion, die auf Wunsch direkt importiert wird.


Phosphor bietet eine Funktion namens Remote Control (HTTP), mit der das Programm über das Netzwerk verwaltet werden kann. Um diese zu aktivieren, wechseln wir zu Settings -> Network -> Remote Control (HTTP). Sobald aktiviert, ist die angezeigte Adresse innerhalb des lokalen Netzwerks erreichbar und kann zur Steuerung von Phosphor verwendet werden. Wir können diese Seite beispielsweise mit einem Smartphone aufrufen.

USBSID-Pico und Vice C64

Die USBSID-Pico Hardware kann sogar als Ausgabegerät für den Emulator Vice C64 verwendet werden. Für Windows-Benutzer ist die Installation des Treibers WinUSB mit Zadig erforderlich. Anschließend wechseln wir in den Einstellungen des Emulators (in diesem Beispiel die GTK-Version von Vice) zu Preferences -> Audio -> SID. Aktiviere die entsprechende Funktion und gib einen zusätzlichen SID an, falls im USBSID-Pico zwei SIDs verbaut sind.

Die RGB-LED (nur Pico 1 USB-C Clone)

Der Pico 1 USB-C Clone unterscheidet sich von anderen Pico Varianten durch eine integrierte RGB-LED. Diese ist jedoch sowohl Hard- als auch Softwareseitig deaktiviert. Um die LED nutzen zu können, muss zunächst eine Lötbrücke auf dem Pico geschlossen werden.


Anschließend öffnen wir das Online-Konfigurationstool und wechseln im Reiter Config zu den entsprechenden Optionen.
  • RGB Enabled - Schaltet die LED ein oder aus.
  • RGB Breathing - Schaltet das Pulsieren der LED im Leerlauf ein/aus.
  • Brightness - Regelt die Leuchtstärke.
  • SID to use - Bestimmt den SID, von dem der Takt entnommen wird.

Die Einstellungen speichern wir und die LED sollte nun leuchten.

Das Gehäuse

Auch an das Gehäuse wurde gedacht. Es gibt mehrere Varianten die unter github.com/LouDnl/USBSID-Pico zu finden sind. Diese Varianten verfügen über eine Öffnung auf der Oberseite für die SIDs, eine Reset-Taste und eine Aussparung für die RGB-LED. Wir können die Teile einzeln auswählen und drucken. Das Gehäuse ist für die Version 1.3 des USBSID-Pico geeignet. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Anleitung gab es noch kein Gehäuse für die Version 1.5.