In puncto Amiga-Emulation gilt WinUAE für Windows als die erste Wahl. Der Emulator zeichnet sich durch eine Vielzahl an Optionen und eine hervorragende Kompatibilität aus. Für Anwender, die sich nicht umfassend mit der Materie auskennen und möglicherweise nicht alle Funktionen nutzen, könnte Amiga Forever eine geeignete Alternative sein. Unter der Haube von Amiga Forever läuft WinUAE, allerdings sind die meisten Einstellungen bereits vorgenommen und die Kickstarts sind auch schon enthalten. In der folgenden Anleitung wird AmigaOS 4.1 PPC Classic unter Windows emuliert.
Quelle dieser Anleitung: www.amigaforever.com
Wieso Amiga Forever?
Für die Installation und Verwendung von AmigaOS 4.1 PPC wird Amiga Forever nicht benötigt. In Amiga Forever sind allerdings folgende Komponenten enthalten, die wir brauchen, darunter auch einiges, das nicht frei im Internet verfügbar ist. Dazu gehört:
- Kickstart Images
- Cyberstormppc.rom
- Vorkonfigurierte Amiga 4000 PPC Umgebung
Wir müssen uns um die oben genannten Dinge also nicht mehr kümmern, da alles im Paket integriert ist. Allerdings müssen wir sicherstellen, dass wir zumindest die Plus- oder die Premium-Version von Amiga Forever besitzen, denn die Value-Version beinhaltet nicht alle Kickstarts. Außerdem wird das Betriebssystem AmigaOS 4.1 PPC Classic Final Edition bzw. ein CD-Image davon benötigt. Dieses ist in Amiga Forever nicht enthalten und muss separat unter Hyperion bezogen werden.
Die Einrichtung von AmigaOS 4.1
Wenn wir im Besitz von Amiga Forever Paket Plus oder Premium sind und die ISO-Datei der CD von AmigaOS 4.1 PPC Classic haben, kann mit der Einrichtung begonnen werden. Nach der erfolgreichen Installation von Amiga Forever wird eine Liste der verfügbaren Systeme angezeigt, die emuliert werden können. Darunter befindet sich auch der Amiga 4000 PPC. Um jederzeit auf die ursprüngliche Konfiguration zurückgreifen zu können, wird eine Kopie dieser Konfiguration erstellt. Mit der rechten Maustaste klicken wir auf die Konfiguration und anschließend auf “Create Copy”. Durch einen Rechtsklick auf die Kopie und anschließend auf "Edit" wird ein kleines Optionsfenster geöffnet. An dieser Stelle sollte ein aussagekräftiger Titel angegeben werden, wie zum Beispiel "Amiga 4000 PPC Final Edition".
Die Konfiguration des virtuellen Amiga wird unter dem Reiter „Configuration” angezeigt. Die Standard-Einstellungen sind für unser Vorhaben ausreichend.
Unter "Media" muss nur noch das CD-Image von Amiga OS 4.1 hinzugefügt werden. Hierzu genügt es, das Image in das Fenster zu ziehen.
Eventuell kann unter dem Reiter "Input" das Tastaturlayout (Guest Layout) angegeben werden. Das CD-Image ist selbstbootend, sodass keine Diskette benötigt wird. Durch Klicken auf "OK" werden die Einstellungen bestätigt. Im Anschluss starten wir die Emulation. Nach wenigen Sekunden sollte der Installer von AmigaOS 4.1 erscheinen. An dieser Stelle wählen wir den Punkt "Start the AmigaOS 4.1 Installation Utility". Wir klicken uns durch den Installationsassistenten bis wir zur Auswahl des Systems kommen. An dieser Stelle wird der Amiga 4000 gewählt. Im nächsten Schritt wird der Punkt "Format disc" gewählt und das Laufwerk "dh0" als Systemlaufwerk festgelegt.
Nun wird ein Name für die Systempartition eingegeben, beispielsweise „System“, und auf „Quickformat“ geklickt. Beachte, dass dadurch alle Daten auf der virtuellen Festplatte überschrieben werden.
Wir klicken auf “Weiter” bis wir zu den Grafik-Einstellungen gelangen, wo wir aus dem Dropdown-Menü "Picasso IV" wählen. Der Haken neben „Include Boot VGA“ kann entfernt werden.
Im nächsten Fenster wird die Auflösung ausgewählt, mit der das Bild dargestellt werden soll. Eine Auflösung von 1280 x 1024 bei 75 Hz sollte für den Anfang ausreichend sein. Es besteht die Möglichkeit, diese Werte zu einem späteren Zeitpunkt zu ändern.
Wir klicken uns weiter durch den Installationsassistent, wobei wir alle Default-Optionen so belassen, wie sie sind, bis der Kopiervorgang beginnt.
Nach Abschluss der Installation kann die CD ausgeworfen werden. Um die CD zu entfernen, klicken wir auf das CD-Symbol am unteren Fensterrand und anschließend auf "Eject". Um den Mauszeiger wieder freizugeben, muss die ESC-Taste eine Sekunde lang gedrückt gehalten werden. Im Anschluss starten wir die Emulation neu.
Ein Tipp am Rande: Es ist mir nicht bekannt, ob der Fehler an meiner Konfiguration liegt, allerdings lässt sich der Emulator nicht immer so bedienen wie er soll. Die Buttons am Fensterrand reagieren manchmal nicht. Um dies zu umgehen, ist es erforderlich, die Funktionstaste F12 zu drücken. Dadurch wird das Konfigurationsmenü von WinUAE aufgerufen. Im Anschluss sind die Buttons wieder funktionsfähig.
Updates und Shared Directory
Die Installation von AmigaOS sollte nun abgeschlossen sein. Es besteht die Möglichkeit, Daten zwischen Windows und AmigaOS 4.1 auszutauschen. Zu diesem Zweck wurde ein geteilter Ordner eingerichtet, der für beide Systeme sichtbar ist. Der Ordner ist etwas versteckt unter "C:\Users\Public\Documents\Amiga Files\Shared\dir\Local" zu finden. Unter AmigaOS ist der entsprechende Ordner auf der Workbench-Oberfläche mit dem Namen "Shared" zu finden.
Nachdem die Einrichtung des Systems abgeschlossen ist, können die verfügbaren Updates installiert werden. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Anleitung waren zwei Updates verfügbar. Diese werden auf der Hyperion-Seite in der Download-Sektion bereitgestellt. Wir laden beide herunter, entpacken sie und kopieren sie in den geteilten Ordner. Nun können beide Updates unter AmigaOS 4.1 installiert werden.
Im Anschluss kann die Möglichkeit genutzt werden, weitere Updates mit AmiUpdate zu installieren. Hierfür wird eine Internetverbindung vorausgesetzt.
Zugriff auf das Netzwerk
Der Zugang zum Internet oder zum lokalen Netzwerk ist ebenfalls möglich. Der Emulator ist bereits entsprechend vorkonfiguriert. Dies müssen wir lediglich AmigaOS mitteilen. Der entsprechende Konfigurationsassistent ist unter "System" > "New Connection" zu finden. Hier wird "Lokales Netzwerk" gewählt und alle folgenden Einstellungen auf den Standardwerten belassen. Im Anschluss kann ein Browser oder sonstige Netzwerk-Software installiert und auf das Netzwerk zugegriffen werden.