Wie die Leser dieses Blogs bereits wissen, gibt es hier Tutorials, fast ausschließlich rund um Commodore-Rechner. In dieser Anleitung machen wir jedoch eine Ausnahme und tauchen in die DOS-Welt ein. Hier geht es um den Bau der AdLib-Soundkarte aus dem Jahr 1990. Der Grund für dieses Projekt ist, dass die meisten meiner Commodore-PCs keine Soundkarte haben. Um das zu ändern, brauche ich einige Soundkarten, und ich habe mich für die AdLib entschieden. Ich möchte euch dabei mitnehmen.
Quellen dieser Anleitung:
- Achte bei der Montage auf die Einhaltung der Polarität der Bauteile. Für einen korrekten Aufbau ist es wichtig, dass alle Komponenten gemäß den Installationsanweisungen installiert werden.
- Sollte ein IC nicht ordnungsgemäß installiert werden, kann dies zu seiner Zerstörung führen.
- Unterbreche vor der Installation der Karte die Spannungsversorgung. Die Arbeit an der Hardware muss im spannungsfreien Zustand erfolgen.
- Um eine statische Aufladung zu vermeiden, wird das Tragen eines antistatischen Armbands empfohlen.
- Für etwaige Schäden, die direkt oder indirekt durch diese Anleitung entstehen, wird keine Haftung übernommen.
Die AdLib Soundkarte
Die AdLib Soundkarte zählt zu den ersten populären Soundkarten für IBM-PC-kompatible Computer und kam 1987 auf den Markt. Vor der Einführung von Soundkarten wie der AdLib waren die Klangeffekte, die von einem PC erzeugt werden konnten, auf das Piepen des internen Systemlautsprechers beschränkt. Die AdLib-Karte basiert auf dem Yamaha YM3812-Chip, auch bekannt als "Yamaha OPL2". Die frühen Modelle verfügten über einen 6,35 mm Klinkenanschluss, spätere Modelle ab 1990 hingegen über einen Standard 3,5 mm Klinkenanschluss für die Audioausgabe. Im Detail geht es hier um einen Klon dieser Soundkarte, wovon es mittlerweile mehrere gibt. Die Karte erfordert eine geringe Anzahl an Komponenten, die allesamt leicht zu beschaffen sind. Darüber hinaus wurde ein spezifischer Klon ausgewählt, der einige kleine Modifikationen aufweist, die den Aufbau nochmals erleichtern.
Die Komponenten
Für dieses Projekt werden ausschließlich Komponenten benötigt, die leicht zu beschaffen sind. Auch der Yamaha Audio Chip selbst ist auf den gängigen Plattformen noch relativ einfach zu finden. Die folgende Liste enthält alle erforderlichen Komponenten.
- Keramikkondensator 100 nF x11
- Keramikkondensator 10 µF x6
- Keramikkondensator 4,7 nF x4
- Keramikkondensator 4,7 µF x1
- Keramikkondensator 1 nF x1
- Keramikkondensator 270 pF x1
- Keramikkondensator 47 nF x1
- Elektrolytkondensator 220 µF 16V x1
- Diode 1N4148 x1
- NPN Transistor 2N3904 x1
- Widerstand 8,2 KΩ x2
- Widerstand 2,2 KΩ x6
- Widerstand 12 KΩ x1
- Widerstand 10 KΩ x4
- Widerstand 1,5 KΩ x1
- Widerstand 10 Ω x3
- IC 74LS109 x1
- IC 74LS138 x2
- IC 74LS245 x1
- IC 74LS04 x1
- IC YM3812 x1
- IC Y3014B x1
- IC RC4136 x1
- IC LM386 x1
- Potentiometer 10 KΩ x1
- Audio Buchse 3,5" x1
- IC Sockel 16P (Optional) x3
- IC Sockel 20P (Optional) x1
- IC Sockel 14P (Optional) x2
- IC Sockel 8P (Optional) x2
- IC Sockel 24P 10,16mm (Optional) x1
Und natürlich benötigen wir auch die unbestückte Platine die von PCBWay bestellt werden kann. Dieser spezielle Klon weist einige geringfügige Modifikationen auf. Einerseits ist die Platine beschriftet. Dies bedeutet, dass die Werte der jeweiligen Komponenten als Silkscreen gekennzeichnet wurden. Darüber hinaus besteht in dieser Version die Möglichkeit, eine kostengünstigere Variante des Potentiometers zu verwenden.
Die Montage der einzelnen Komponenten sollte problemlos möglich sein, da die Werte der jeweiligen Komponenten auf der Platine abgebildet sind. Dennoch gibt es einige wenige Details, die es zu beachten gilt. Ein wesentlicher Punkt ist hierbei die Polarität des 220 µF Kondensators, des Transistors und auch der Diode.
Sollte kein axialer 220 µF Kondensator verfügbar sein, kann selbstverständlich auch ein radialer Kondensator verwendet werden. Dabei ist ebenso auf die Polarität zu achten, dennoch kann der Kondensator liegend installiert werden. Der Kondensator sollte ohnehin nur liegend installiert werden, um Kontakt mit einer naheliegenden Karte zu vermeiden.
Die Verwendung von Sockeln ist zwar nicht unbedingt notwendig, jedoch empfehlenswert. Sollten Probleme auftreten, besteht die Möglichkeit, die jeweiligen ICs einfach durch neue zu ersetzen. Achte auf die Ausrichtung der Kerbe der jeweiligen Sockel bzw. ICs.
Die Software
Nach Abschluss des Kartenaufbaus wird die Software installiert. Eine klassische Installation ist hierbei nicht notwendig, da Programme und Spiele mit AdLib-Support den Klang bereits über die Soundkarte ausgeben können. Um die Funktionalität der Karte zu überprüfen, benötigen wir ein spezielles Tool. Dafür laden wir die offizielle AdLib-Software herunter und übertragen sie auf den PC.
Der Funktionstest
Installiere nun die Karte und schließe die Lautsprecher an den Audioausgang der Karte an. Die Lautstärke wird mittels Potentiometer sowie gegebenenfalls an den angeschlossenen Lautsprechern eingestellt. Stelle beide auf eine geringe Lautstärke ein.
Für den ersten Test wechseln wir in den Ordner mit der soeben heruntergeladenen Software und führen das Programm "Test" aus. Im Anschluss sollte eine Tonsequenz zu hören sein, die von der Audiokarte wiedergegeben wird.
Sollte keine Tonwiedergabe erfolgen, kann dies verschiedene Gründe haben. Erhöhe die Lautstärke der Karte und/oder der Lautsprecher langsam. In meinem spezifischen Fall trat bei meinem ersten Test lediglich Rauschen auf. Die Ursache war ein ab Werk beschädigter RC4136 IC, der zum Glück gesockelt war und entsprechend schnell ausgetauscht werden konnte.
Sollte die Meldung "Adlib Board not found!" erscheinen, könnte dies auf einen defekten Logik-IC oder eine nicht ordnungsgemäß gelötete Lötstelle hindeuten.
Wenn alle Tests erfolgreich abgeschlossen wurden, dann testen wir die Fähigkeiten der Karte mit einem Spiel. Ein hervorragendes Beispiel hierfür ist Monkey Island.
Audio Aufnahme von AdLib Soundkarte
Im Ordner der AdLib Software befindet sich ein weiteres Tool namens Jukebox, das eine Reihe von Audio-Beispielen beinhaltet. Führe das Programm aus und wähle einen der Titel aus, der wiedergegeben werden soll.
Ein Bracket für die Soundkarte (optional)
Wenn die Karte funktionsfähig ist, können wir auf Wunsch ein Bracket hinzufügen. Wer einen 3D Drucker besitzt, kann sich dieses selbst drucken. Alternativ kann ein vorhandenes Bracket mit den entsprechenden Öffnungen hergestellt werden.