Der Amiga 500 wird üblicherweise über die RGB-Schnittstelle mit einem Monitor verbunden, wobei verschiedene Kabel, darunter auch Scart, zum Einsatz kommen. Die Bildqualität ist zwar akzeptabel, aber nicht die beste. Das AmigaRGBtoHDMI-Projekt zielt darauf ab, das Videosignal zu verbessern und über einen HDMI-Anschluss zu leiten. Zusätzlich wird das Bild auf die gewünschte Auflösung hochskaliert, sodass ein moderner Monitor oder Fernseher genutzt werden kann und ein gestochen scharfes Bild entsteht. AmigaRGBtoHDMI ist für den Amiga 500, 1000 und 2000 erhältlich. Diese Anleitung konzentriert sich ausschließlich auf die Amiga 500 Variante.
Quellen dieser Anleitung:
AmigaRGBtoHDMI von LinuxJedi (License)
Bevor es losgeht, noch ein paar Hinweise (Wichtig!)
- Achte auf die korrekte Ausrichtung des CPLD, des Denise-Chips und des Raspberry Pi.
- Erfahrung mit SMD-Löten wird vorausgesetzt.
- Überprüfe die Lötstellen sorgfältig, um Kurzschlüsse zu vermeiden, die den Amiga beschädigen könnten.
- Arbeite an der Hardware nur im spannungslosen Zustand.
- Beim Formatieren der SD-Karte werden alle Daten gelöscht. Erstelle vorher ein Backup.
- Ist der AmigaRGBtoHDMI im Amiga installiert, darf der Raspberry Pi nicht mit Strom versorgt werden.
- Vermeide statische Aufladung durch Tragen eines Antistatik-Armbands.
- Für Schäden, die sich direkt oder indirekt aus dieser Anleitung ergeben, wird keine Haftung übernommen.
Die Komponenten
Dieses Projekt benötigt überraschend wenige Komponenten, da der Raspberry Pi und ein CPLD die gesamte Arbeit übernehmen. Sogar das Flashen des CPLD erfolgt über den Raspberry Pi. Um den AmigaRGBtoHDMI für den Amiga 500 zu bauen, benötigen wir zunächst die unbestückte Platine, die wir bei PCBWay erhalten.
Und zusätzlich benötigen wir noch diese Komponenten:
SMD Kondensator 0.1uF 0603 (C1 - C3)
1 x Pin Header gewinkelt Raster 2.54mm (J2) - Nur für Amiga 500 rev.3
M2,5 Abstandhalter (Optional aber empfohlen)
Dupont Steckverbinder + Taster (Optional)
Der Aufbau
Beim Aufbau der Platine sind einige Details zu beachten. Zuerst sollte der CPLD aufgelötet werden. Der Punkt auf dem CPLD zeigt auf Pin 1. Anschließend können die restlichen Komponenten aufgelötet werden. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass die Header unter dem Sockel zuerst gelötet werden, da dieser sonst den Zugang versperrt.
Bevor wir die fertiggestellte Platine in den Denise-Sockel einsetzen, müssen wir den CPLD programmieren. ⚠ Da der Raspberry Pi für den Flashvorgang mit Strom versorgt werden muss, darf die Platine auf keinen Fall in den Amiga eingebaut werden.
Die SD-Karte einrichten
Die Einrichtung der SD-Karte ist schnell erledigt und erfordert nur wenige Schritte. Zunächst muss die Karte im FAT32-Format formatiert werden. Dies ist mit den Bordmitteln der meisten Betriebssysteme möglich, am einfachsten geht es jedoch mit dem „SD Memory Card Formatter“. Starte das Programm und wähle aus der Liste der Datenträger die SD-Karte aus. Stelle sicher, dass der richtige Datenträger ausgewählt wurde, da alle Daten auf der Karte unwiderruflich gelöscht werden.
Zuerst laden wir die Firmware von RGBtoHDMI herunter und kopieren den gesamten Inhalt des ZIP-Archives auf die SD-Karte. Anschließend kopieren wir noch zwei weitere Dateien:
- Kopiere die Datei Amiga_CPLD_Readme/Amiga_CPLD_Setup/profile_6-12_BIT_RGB.txt in das Stammverzeichnis der SD-Karte.
- Kopiere die Datei Amiga_CPLD_Readme/Amiga_CPLD_Setup/Profiles/Default.txt in das Verzeichnis Profiles auf der SD-Karte.
Auf die Frage, ob die Datei überschrieben werden soll, antworten wir mit „Ja“.
Die Karte ist eingerichtet und kann nun in den Raspberry Pi gesteckt werden.
Den CPLD flashen
Die Hard- und Software sind nun einsatzbereit. Der letzte Schritt ist das Flashen des CPLD, was sehr einfach ist. Der Raspberry Pi übernimmt diese Aufgabe. Stecke den Raspberry Pi auf die Stiftleiste der Platine und schließe einen Monitor an den HDMI-Ausgang an.
⚠ Der Raspberry Pi Zero muss so in die Steckerleiste gesteckt werden, dass der HDMI-Anschluss in die entgegengesetzte Richtung des Denise-Chips zeigt. Ein optionaler Taster kann an den Pin-Header angeschlossen werden.
⚠ Stecke die RGBtoHDMI-Platine nicht in den Denise-Sockel des Amigas.
Auf dem Bildschirm sollte nun die Meldung „CPLD is unprogrammed“ erscheinen. Wähle aus der Liste der Firmware „6-12_BIT_RGB_CPLD“. Die Firmware-Auswahl erfolgt mit den Tasten:
Taster einmal kurz tippen = Nächste Zeile
Taster gedrückt halten = Wählt den markierten Punkt
Nachdem der CPLD programmiert und der Raspberry Pi neu gestartet wurde, sollten wir ein graues Bild sehen, da noch kein Videosignal vorhanden ist.
Der Einbau im Amiga
Um den RGBtoHDMI-Adapter im Amiga 500 zu installieren, muss der Denise-Chip vorsichtig aus seinem Sockel gehoben werden. Achte dabei darauf, die empfindlichen Beinchen nicht zu verbiegen, da diese leicht brechen können. Anschließend wird der RGBtoHDMI-Adapter in den Sockel gesteckt und der Denise-Chip auf den Sockel des Adapters gesetzt. Stelle sicher, dass die Kerbe des ICs in Richtung des Raspberry Pi zeigt. Nachdem der AmigaRGBtoHDMI im Amiga verbaut ist, darf am Raspberry Pi keine Spannungsversorgung angeschlossen werden!
Beim Einschalten des Amigas sollte ein scharfes Bild erscheinen. Sollte die Darstellung nicht optimal sein, kann eine Kalibrierung erforderlich sein. Um die Einstellungen aufzurufen, halte den Taster etwas länger gedrückt. Wähle im Menü des RGBtoHDMI die Option „Auto Calibrate Video Settings“. Mit „Save Configuration“ werden die angepassten Einstellungen gespeichert.
Um Schäden an den Komponenten zu vermeiden, sollten wir eine Zugentlastung für das HDMI-Kabel anbringen.
Amiga 500 Rev.3
Der Amiga 500 mit Board-Revision 3 benötigt eine zusätzliche Drahtbrücke. Diese verbindet den Pin Header (CSYNC) der RGBtoHDMI-Platine mit Pin 9 des ICs 41 auf dem Mainboard des Amigas, der sich direkt neben dem Denise-Sockel befindet.
Die Einstellungen
Im Normalfall ist der RGBtoHDMI-Adapter nach der Einrichtung betriebsbereit und erfordert keine weiteren Anpassungen. Einige Einstellungen und Funktionen können jedoch nützlich sein. So wird beispielsweise durch einen kurzen Druck auf den Taster ein Screenshot des aktuell angezeigten Bildes erstellt und im Ordner „Capture“ auf der SD-Karte gespeichert.
Um auf die Einstellungen zuzugreifen, halte den Taster etwas länger gedrückt. Die Liste der verfügbaren Einstellungen ist umfangreich und kann hier nicht vollständig dargestellt werden. Eine umfassende Liste finden wir im Reference-Guide.
Hier sind einige Optionen und Funktionen, die möglicherweise nützlich sein könnten:
Restore Default Configuration
Damit werden die vorgenommen Einstellungen zurückgesetzt.
Resolution
Die Option „Auto“ ist in den meisten Fällen ausreichend. Sollte eine andere Auflösung erwünscht sein, kann diese hier eingestellt werden.
Scanlines und Scanline Level
Aktiviert oder deaktiviert Scanlines. Mit dem Wert „Scanline Level“ lässt sich deren Intensität einstellen.
Die vorgenommenen Änderungen müssen durch Klicken auf „Save Configuration“ gespeichert werden.













