Der Amiga CDTV wurde von einigen als innovativ und seiner Zeit weit voraus gefeiert, während andere ihn als eine der größten Fehlinvestitionen von Commodore betrachteten. Es ist unbestreitbar, dass die Markteinführung dieses Computers ein mutiger Schritt war. Die Vision war es, den Amiga CDTV als Multimedia-Gerät im Wohnzimmer zu etablieren. Die optische Ähnlichkeit mit den Stereoanlagen der damaligen Zeit war dabei kein Zufall.
Der Amiga CDTV, technisch basierend auf dem Amiga 500, war größtenteils kompatibel mit diesem. Er verfügte über einen Motorola 68000-Prozessor mit 7,14 MHz, 1 MB Chip-Speicher, einen OCS-Chipsatz und Kickstart in der Version 1.3. Die technischen Daten waren nicht außergewöhnlich. Der Fokus des Geräts lag nicht auf der Rechenleistung, sondern vielmehr sollte es als Multimedia-Gerät dienen, wofür ein Single-Speed-CD-ROM-Laufwerk integriert war, das sowohl als Audio- als auch teilweise als Videoplayer fungierte. Ein Diskettenlaufwerk war ab Werk nicht vorhanden.
Zur bequemen Bedienung des Geräts von der Couch aus wurde eine Infrarot-Fernbedienung mitgeliefert, die sich auch als Joystick oder Maus verwenden ließ. Darüber hinaus konnte man damit den integrierten CD-Player steuern. Es gab zwei Varianten der Fernbedienung, wobei nur eine den Joystick/Maus-Umschalter besaß. Für die Stromversorgung der Fernbedienung benötigte man zwei AA-Batterien.
Das CD-Laufwerk
Das CD-Laufwerk konnte Daten-, Audio- und Video-CDs lesen, wobei die Videos im CDXL-Format vorlagen. CDXL, ein von Commodore für den Amiga-CDTV entwickeltes Videoformat, gilt heute als sehr primitives Format. Die begrenzte Geschwindigkeit des Single Speed CD-ROM (150 kB/s) ermöglichte nur die Wiedergabe von 12 Bildern pro Sekunde mit einer Auflösung von 160x100 Pixel und 4096 Farben. Der Ton war auf 8-Bit Mono Audio beschränkt. Aufgrund der geringen Auflösung konnten Videos nur in einem kleinen Fenster angezeigt werden.
Die externen Schnittstellen
Der Amiga CDTV war mit sämtlichen erforderlichen Schnittstellen ausgestattet, wobei nicht alle mit denen des Amiga 500 kompatibel waren.
- Proprietäre Maus- und Tastatur-Schnittstelle
- Stereo Audio Jack, 6.3 mm für Kopfhörer Jack, Midi in/out
- Schnittstelle für externes Diskettenlaufwerk
- Serielle- und parallele Schnittstelle
- RGB-Video, Composite, RF In/Out
- Speicherkartenslot
- Erweiterungsslot
In Europa wurde die Scart-Schnittstelle anstelle von Composite-Video und RF In/Out verwendet. Diese Schnittstelle konnte auch nachträglich nachgerüstet werden.
Zubehör und Erweiterungen
Der Amiga CDTV, ursprünglich als Multimedia-Gerät konzipiert, bot eine Reihe von Erweiterungen und Zubehör, die seine Funktionalität erweiterten. Dazu gehörten eine Maus und eine Tastatur (CD1221), die den CDTV in einen vollwertigen Rechner verwandelten. Die Maus war in drei Varianten erhältlich: eine kabelgebundene Maus, eine Infrarot-Maus und ein Trackball. Aufgrund der proprietären Schnittstelle waren herkömmliche Amiga-Tastaturen eines Amiga 2000 und Standard-Tank-Mäuse nicht mit dem Amiga CDTV kompatibel.
Für den CDTV gab es ein externes Diskettenlaufwerk (CD1411), das im Wesentlichen ein Commodore 1011 Floppy-Laufwerk in einem schwarzen Gehäuse war. An der DB23-Schnittstelle konnte jedes Amiga-kompatible Diskettenlaufwerk angeschlossen werden. Außerdem wurde ein spezieller Monitor (ein 1084S in schwarzem Gehäuse) für den CDTV entwickelt. Die CDTV-Tastatur, -Maus und das Diskettenlaufwerk waren sowohl einzeln als auch im CDTV-Multimedia-Pack erhältlich, der Monitor hingegen wurde separat verkauft.
Obwohl der Platz im Inneren des CDTV begrenzt ist, haben Hardwareentwickler Erweiterungen wie die BigRAM CD und BigRAM CD8 Speichererweiterungen sowie einige Turbokarten, darunter die begehrte Turbo CD, entwickelt. Glücklicherweise sind neue, erschwingliche Hardware-Erweiterungen für den Commodore CDTV erhältlich, darunter die Wicher CDTV Turbokarte und die 8 MB Speichererweiterung CDTV RAM-8.
Der Amiga CDTV bietet eine extern zugängliche Schnittstelle, den externen Expansions-Port. An diesen lassen sich beispielsweise SCSI-Karten mit Festplatte anschließen. Zudem verfügt der Rechner über einen Speicherkarten-Slot auf der Frontseite, der jedoch proprietäre Karten benötigt. Diese sind heute nur noch schwer zu finden. Es gab mindestens zwei Karten mit unterschiedlichen Speichergrößen: die CD1401 mit 64 KB und die CD1405 mit 256 KB.
Der Kickstart und das erweiterte ROM
Der Amiga CDTV verfügt über einen Kickstart in der Version 1.3 und ein erweitertes ROM. Die CDTV Extended ROMs, auch als CDTV OS bekannt, beinhalten die Systemsoftware für den CDTV. Dazu gehören Treiber und Bibliotheken für das CD-ROM-Laufwerk, die CDTV-Speicherkarten sowie Benutzeroberflächen wie die CD-Audio-Wiedergabeanwendung und der Einstellungsbildschirm. Commodore veröffentlichte die letzte Version mit der Nummer 2.30. Oftmals wird jedoch die ältere Version 2.7 fälschlicherweise als die neuere angesehen. Die Kennzeichnung einiger ROMs als 2.70 trägt zusätzlich zur Verwirrung bei. Es gibt mittlerweile sogar einen Patch für das Extended ROM, der einige Fehler behebt.
Anders als der Amiga 500 zeigt der Startbildschirm des CDTV eine CD an. Der Rechner wartet auf eine bootbare CD, die für den CDTV geeignet ist. Alternativ kann auch eine Audio-CD verwendet werden, für die ein eigener Player zur Verfügung steht. Im ROM ist außerdem ein Konfigurationsmenü enthalten, in dem die Sprache, Uhrzeit und weitere Einstellungen vorgenommen werden können.
Der Amiga CDTV ist weitestgehend mit dem Amiga 500 kompatibel, sodass auch AmigaOS geladen werden kann. Dies ist jedoch nur mit dem entsprechenden Zubehör sinnvoll. Ist kein Diskettenlaufwerk vorhanden, kann AmigaOS auch von einer CD geladen werden.
Auch hier hat die aktive Retro-Community Erweiterungen entwickelt, die die Verwendung neuerer Kickstart-Versionen sowie IDE-Festplatten und CF-Karten ermöglichen.
Die Software
Der Amiga CDTV verfügte über eine überschaubare Softwarebibliothek. Einige Spiele waren exklusiv für dieses System erhältlich, während andere eine direkte Kopie der Diskettenversion waren. Einige Titel boten erweiterte Inhalte wie zusätzliche Levels oder Videos, und es gab auch Lernspiele und Software-Sammlungen. Anders als bei neueren CD-ROM-Laufwerken, bei denen die CD direkt eingelegt wird, benötigte der Amiga CDTV ein Caddy, in das die CD eingelegt und anschließend in das Laufwerk geschoben wurde.













