Dies ist Teil 2 der Anleitung "Amiga Kickstart-Switch mit bis zu 8 Kickstarts ". Dieser Teil der Anleitung setzt voraus, dass alle Schritte des ersten Teils bereits abgearbeitet wurden.
Bevor es losgeht, noch ein paar Hinweise (Wichtig!)
- Der Kickstart Switch ist nur mit kompatiblen Systemen nutzbar. Welche Version des Amiga 2000 kompatibel ist, wurde jedoch nicht spezifiziert.
- Achte auf die korrekte Ausrichtung und Position des Kickstarts. Einige Amiga-Boards haben zwei unbenutzte Pins im Kickstart-Sockel. Fotografiere die Position des originalen Kickstarts vor dem Ausbau.
- Pins 1 und 42 des EPROMs dürfen nicht in den Sockel des Kickstarts gesteckt werden.
- Achte auf die Bauhöhe des Kickstart-Switches. Siehe dazu den Hinweis im Text. Bei Kontakt mit der Amiga-Tastatur kann es zu einem Kurzschluss kommen.
- Arbeite an der Hardware nur im spannungsfreien Zustand. Stecke das EPROM nur in den Rechner wenn dieser ausgeschaltet ist.
- Trage ein antistatisches Armband, um statische Ladungen zu vermeiden.
- Ich übernehme keine Verantwortung für Schäden, die direkt oder indirekt durch diese Anleitung entstehen.
Akustisches Signal (Optional)
Das Blue Pill Board gibt beim Umschalten zwischen den verschiedenen Kickstarts einen Ton aus. Die Anzahl der Beeps zeigt an, welcher Kickstart-Block ausgewählt wurde. Dafür muss ein Buzzer oder PC-Speaker an die Pins B8 (+) und G (-) des Blue Pill Boards angeschlossen werden.
Die Jumper-Einstellungen
Bei der Vorbereitung des Blue Pill Boards haben wir einige Header-Pins angelötet. Diese Pins dienen dazu, mit Jumpern verschiedene Einstellungen vorzunehmen. Die Funktionen der einzelnen Pins sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.
ROM-Umschalt Verzögerung
Kein Jumper (default): 3 Sekunden
Jumper A15-B3: 2 Sekunden
Jumper B3-B4: 4 Sekunden
Beeper Lautstärke
Kein Jumper (default): Mittlere Lautstärke
Jumper B5-B6: Niedrige Lautstärke
Jumper B6-B7: Hohe Lautstärke
ROM-Wahl speichern (Das zuletzt gewählte ROM wird beibehalten)
Kein Jumper (default): Ausgeschaltet
Jumper A9-A10: Eingeschaltet
Weitere Einstellungen (Serial Menu)
Mit dem Jumper auf den angelöteten Pins können wir die oben genannten Einstellungen anpassen. Es gibt jedoch noch weitere Einstellungen, die über die serielle Schnittstelle angepasst werden können.
Achtung!: Um auf das serielle Menü zuzugreifen, schließen wir den USB-TTL Serial Adapter an. Entfernen Sie den Kickstart-Switch und das EPROM mit den Kickstarts vollständig vom Amiga, um Schäden zu vermeiden.
Wir verbinden den USB-TTL Serial Adapter mit dem Blue Pill Board, genau wie beim ersten Aufspielen der Firmware.
Zusätzlich müssen wir einen Jumper auf B4-B5 setzen, sonst wird das Menü nicht angezeigt.
Um den USB-TTL Serial Adapter unter Linux zu verwenden, schließen wir ihn zunächst mit dem USB-Stecker an den Computer an. Gib dann im Terminal sudo screen /dev/ttyS# 115200 ein, wobei die Raute die Port-Nummer des USB-TTL Serial Adapters ersetzt. Bei mir ist dies beispielsweise Port 4.
Drücke die Reset-Taste am Blue Pill Board. Das Menü, das nun erscheint, bietet Zugriff auf die folgenden Optionen:
• The number of images to switch between (2-8): Wie viele Kickstart-Images sind auf dem EPROM gespeichert
• The physical ROM bank assigned to each image slot (banks 0-7): Die Reihenfolge der Kickstarts sortieren
• Fine-grained control over reset delay: Feineinstellung des Umschalt-Delays in Millisekunden
• Fine-grained control over speaker volume: Feineinstellung des Beeper-Lautstärke in Millisekunden
• Length of long beep, or disable long beep: Länge des Beep-Tones
• Image-recall default setting: ROM-Wahl speichern (Das zuletzt gewählte ROM wird beibehalten)
• Menu ROM bank: Ich konnte keine Informationen für diese Funktion finden. Möglicherweise manuell ROM-Bank umschalten?
• Load Defaults: Setzt alle Einstellungen zurück
• Discard & Reset: Setzt die soeben eingestellten Einstellungen zurück und führt einen Reset aus
• Save & Reset: Speichert die vorgenommenen Änderungen und führt einen Reset aus
• STM32 System Bootloader: Wird verwendet um die Firmware vollständig neu zu flashen
EPROMs löschen
Im Gegensatz zu EEPROMs (Electrically Erasable Programmable Read-only Memory) können EPROMs nicht mit neuen Daten überschrieben werden. Stattdessen müssen sie mit einem EPROM-Löschgerät gelöscht werden, das Ultraviolettstrahlung aussendet, um den Speicher zu löschen und ihn für eine erneute Beschriftung vorzubereiten. Es gibt verschiedene Arten von Löschgeräten, vom normalen „langsamen“ Ultraviolett-Löschgerät bis zum schnellen Blitzgerät. Für meinen Bedarf reicht dieses günstige EPROM-Löschgerät vollkommen aus.
Der Löschvorgang dauert in der Regel 10-15 Minuten. Dabei muss die UV-Abdeckung des EPROMs entfernt werden. Anschließend kann das EPROM wieder beschrieben werden.






