Mit der Einführung des Gotek-Laufwerkes ist das unkomplizierte Mounten und Lesen von ADF-Images möglich geworden. Ist man nicht im Besitz eines Gotek-Laufwerkes, gestaltet sich der Zugriff auf Disketten-Images jedoch etwas schwieriger. Zwar ist das Entpacken von ADF-Images unter Windows realisierbar, jedoch wäre ein direkter Zugriff unter AmigaOS ohne zusätzliche Schritte wünschenswert. In dieser Anleitung geht es um die Einbindung von ADF-Images als virtuelles Laufwerk unter AmigaOS mit FmsDisk.
Für AmigaOS 3.2 oder neuer ist kein spezielles Tool zur Einbindung von ADF-Images erforderlich, da diese Funktion bereits in AmigaOS integriert ist. Dieses Tutorial ist ausschließlich für ältere Versionen von AmigaOS geeignet.
- Erstelle eine Sicherungskopie der Daten auf der Amiga-Festplatte.
- Es wird eine Modifikation an der Startup-Sequence vorgenommen. Ein fehlerhafter Eintrag kann dazu führen, dass AmigaOS nicht mehr startet.
- Ich übernehme keine Verantwortung für Schäden, die direkt oder indirekt durch diese Anleitung entstehen.
Vor- und Nachteile
Diese Lösung hat zwar einige Vorteile. Bei häufiger Nutzung von ADF-Dateien wird aber eine Hardware-Lösung empfohlen.
- ADF-Images können innerhalb weniger Sekunden eingebunden werden.
- Es können bis zu vier Laufwerke erstellt werden
- Eine Festplatte/CF-Karte wird benötigt
- Von den virtuellen Laufwerken kann nicht gebootet werden
- NoDOS-Images können zwar eingebunden aber nicht gelesen werden
Die Systemvoraussetzungen
Für Amiga mit 68000 CPU und AmigaOS 2.X
- adf2fms
- reqtools.library
fmsdisk.device -> DEVS
reqtools.library -> LIBS
adf2fms -> Beliebigen Ordner
Type >> Devs:Mountlist [Laufwerk]:FmsDisk/Devs/Mountlist
Der Pfad zu FmsDisk ist selbstverständlich an das jeweilige System anzupassen. Die Mountlist sollte dem nachfolgenden Screenshot entsprechen.
Mit einem beliebigen Text-Editor werden nun einige Befehle in die Startup-Sequence (s:startup-sequence) eingefügt, um deren wiederholte Eingabe nach jedem Neustart von AmigaOS zu vermeiden. Die nachstehenden Befehle sollten vor dem Befehl „LoadWB“ eingegeben werden. Achte auf die korrekte Schreibweise, da ein Fehler den Bootvorgang von AmigaOS unterbrechen kann.
if not exists sys:fmsdisk
makedir sys:fmsdisk
endif
assign FMS: sys:fmsdisk
mount FF0:
Nach Abschluss dieser Schritte wird der Amiga neu gestartet. Die Workbench sollte normal laden. Das virtuelle Laufwerk ist jedoch noch nicht sichtbar, da es noch nicht formatiert wurde. Dies ist nicht erforderlich, da wir nun eine ADF-Datei einbinden, deren Format übernommen wird. Starte adf2fms durch Doppelklick und wähle „FFx Unit“.
Anschließend wähle FF0.
Im Requester wird nun eine beliebige ADF-Datei ausgewählt und durch einen Klick auf OK eingebunden.
Das ADF-Image wird nun gemountet. Dieser Vorgang nimmt einige Sekunden in Anspruch. Eine Meldung wird die erfolgreiche Einbindung des Images bestätigen. Anschließend ist das virtuelle Laufwerk betriebsbereit.
Virtuelles Laufwerk formatieren (Optional)
Soll das Laufwerk ohne Einbindung eines ADF-Images verwendet werden, ist eine Formatierung erforderlich. Dies erfolgt mittels des nachstehenden Shell-Befehls.
format DRIVE ff0: NAME FF0 QUICK
Für Amiga mit 68020 CPU und AmigaOS 3.X
Für Systeme mit AmigaOS 3.X gestaltet sich die Nutzung deutlich vereinfacht. Es ist lediglich die Installation des Programms GoADF erforderlich. Der Entwickler gibt an, dass das Tool auch unter AmigaOS 2.X funktionsfähig sein soll. Meine Tests verliefen jedoch erfolglos, weshalb an dieser Stelle die Verwendung von AmigaOS 3.X empfohlen wird.
In diesem Abschnitt wird davon ausgegangen, dass auf der Amiga-Festplatte bereits AmigaOS 3 oder eine neuere Version installiert wurde. GoADF enthält bereits die reqtools.library, die für unser Vorhaben erforderlich ist. Diese Bibliothek muss lediglich vom Verzeichnis GoADF/Libs in das Verzeichnis SYS:LIBS des AmigaOS kopiert werden.
Im Anschluss sollte sich GoADF durch einen Doppelklick auf das Symbol ausführen lassen.
In diesem Schritt wählen wir das Verzeichnis aus, in dem sich die einzubindende ADF-Datei befindet.
Die gefundene Datei muss eingelesen werden, um die erforderlichen Informationen zu extrahieren, bevor sie gemountet werden kann.
Und zuletzt klicken wir auf "Mount".
Das virtuelle Laufwerk sollte in wenigen Sekunden bereit sein.
















