Der Amiga 1200, hergestellt von Commodore im Jahr 1992, war ein erfolgreicher Computer. Neben dem Amiga 4000 und dem CD32 war er einer der wenigen Computer mit dem AGA-Chipsatz (Advanced Graphics Architecture), der dem Rechner eine Palette von 16.777.216 Farben zur Verfügung stellte. Verbaut waren ab Werk eine Motorola CPU 68EC020 mit einer Taktfrequenz von 14 MHz sowie 2 MB Chip-RAM.
Ein 44-poliger IDE-Controller ist in allen Rechnern verbaut. Die Basisversion wurde jedoch ohne Festplatte ausgeliefert, die problemlos nachgerüstet werden konnte. Der einzige nutzbare Datenträger waren daher zunächst weiterhin Doppel-Density-Disketten mit einer Kapazität von 880 KB.
Der 512 KB große Kickstart, der auf zwei ROM-Bausteinen verteilt war, wurde auf Version 3.0 aktualisiert. Der Kickstart v3.0 (39.106) enthielt neben AGA-Unterstützung und einem überarbeiteten Startup Menü zahlreiche Neuerungen und Verbesserungen. Wie der Amiga 500 verfügte auch der Amiga 1200 über eine Trapdoor-Erweiterungsschnittstelle. Darin konnten beispielsweise Turbokarten und Speichererweiterungen eingebaut werden, die den Amiga 1200 sogar um einen PPC-Prozessor erweitern konnten, welcher für den Betrieb von AmigaOS 4 erforderlich ist.
Die Schnittstellen auf der Rückseite des A1200 entsprechen denen älterer Amiga-Modelle und umfassen: Seriellen Port (25 Pins), Parallelen Port (25 Pins), RGB-Port (23 Pins), Floppy-Port (23 Pins), zwei Joystick-/Maus-Ports (9 Pins), RCA-Port (Stereo), RF-Port und Composite.
Commodore stattete den Amiga 1200 jedoch mit einer PCMCIA-Schnittstelle aus, die sich als äußerst nützlich erweisen kann. Neben Netzwerkkarten besteht die Möglichkeit, CF-Karten mit einem passenden Adapter zu lesen und als Datentransfermedium zwischen Amiga und PC zu nutzen.
Neben der Basisversion wurde der Amiga 1200 auch in einer HD-Version angeboten. Diese war mit einer Festplatte ausgestattet. Erkennbar ist dies an den Label auf dem Gehäuse, auf dem „HD“ und die Kapazität der Festplatte aufgedruckt waren. Im folgenden Bild ist beispielsweise ein Amiga 1200 HD40 mit einer 40 MB Festplatte zu sehen.
Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Bundles mit Spielen und Programmen zu einem attraktiven Preis angeboten, darunter das „Amiga 1200 Desktop Dynamite Bundle“.
Neben dem Rechner befanden sich im Inneren das Betriebssystem AmigaOS 3, Deluxe Paint IV, Print Manager, Wordworth sowie die Spiele Oscar und Dennis.
Amiga Technologies, die Tochtergesellschaft von Escom, vertrieb den Amiga 1200 nach dem Konkurs von Commodore in einer leicht modifizierten Version. Im Jahr 1995 wurde der Amiga 1200 sowohl ohne als auch mit Festplatte angeboten. Diese Modelle waren an einem Label erkennbar, das sich geringfügig vom bekannten Commodore-Label unterschied.
Abgesehen vom Kickstart v3.1 und dem Mitsumi DD-Diskettenlaufwerk, bei den es sich übrigens um ein PC-Laufwerk handelt, gab es leider keine nennenswerten Neuerungen. Der Wechsel auf das neue Diskettenlaufwerk führte zu Kompatibilitätsproblemen mit älterer Software, die noch für die Commodore-Variante entwickelt wurde. Davon war insbesondere die Kompatibilität von Spielen betroffen. Der Erfolg blieb daher gering. Auch die höheren Kapazitäten der Festplatten der HD-Varianten mit 170 MB konnten daran nichts ändern.
Auch unter Amiga Technologies wurden einige Bundles produziert. Eines davon war das „Amiga 1200 Magic Bundle“. Es beinhaltete neben der HD-Variante des Amiga 1200 folgende Programme und Spiele: AmigaOS 3.1, Personal Paint v6.4, Wordworth v4SE, Print Manager v1.2SE, Datastore v1.1, Organiser v1.1, Turbocalc v3.5, Photogenics v1.2SE, Pinball Mania A1200 und Whizz.
Der Amiga 1200 erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit bei Commodore-Enthusiasten. Der IDE-Controller, die PCMCIA-Schnittstelle, der AGA-Chipsatz und nicht zuletzt die zahlreichen Erweiterungen, machen diesen Computer zu einer idealen Retro-Maschine.
Technische Daten
- Prozessor: Motorola 68EC020
- Prozessortakt: 14,4 Mhz
- Arbeitsspeicher: 2 MB Chip-Ram
- Chipsatz: AGA
- Kickstart: v3.0 (v3.1 Amiga Technologies)
- Laufwerke: 3,5" Diskettenlaufwerk (880 KB), 40 MB IDE-Festplatte (170MB Amiga Technologies)
- Erweiterunsgschnittstellen: Trapdoor, PCMCIA
- Externe Schnittstellen: Serieller Port (25 pins), Paralleler Port (25 pins), RGB Port (23 pins), Floppy Port (23 pins), 2 x Joystick/Mouse Port (9 pins), RCA Port (Stereo), RF Port, Composite
- Baujahr: 1992
- Verbreitung: Hoch